Malerei

Paul Klumpp


Ein Leben mit Pinsel und Farbe

 

Schon in meiner Kindheit sind die Wurzeln der Malerei zu finden. In der Schule wurde mein Talent zum Zeichnen bald entdeckt. Es war dann ein Zufall und ein Glücksfall zugleich, dass sich mir die Gelegenheit bot, im neuerbauten Kaufhaus in Freudenstadt 1956 den Beruf des Schaufensterdekorateurs und des Dekorations- und Schriftenmalers erlernen zu dürfen.
Einer meiner ersten Ausbilder war ein Gebrauchsgrafiker und Kunstmaler. Nun war die optimale Situation geschaffen worden, gestalterisch und mit Pinsel und Farbe tätig zu sein. In der Freizeit durfte ich an den Wochenenden in dem bescheidenen Atelier, einer kleinen Dachstockwohnung, zuschauen, lernen Ölfarben zu mischen und natürlich nach Herzenslust, unter strenger Anleitung, zu malen. Bei schönem Wetter gings am Sonntag mit dem Fahrrad oder Postbus in die Natur um zu aquarellieren. Das war eine sehr schöne Zeit.
 
Ich machte mich sehr früh beruflich selbständig. In dieser Zeit gab es öfters Aufträge, in Kinos die Foyers zu dekorieren und auch großflächige Kulissen zu malen. Auch gab es in der Gastronomie die Möglichkeiten in der Wandmalerei sich einen Namen zu schaffen.
 
Ende der 70er Jahre wurde ich beim Versuch bei der damaligen Künstlervereinigung in Freudenstadt Mitglied zu werden, nur milde belächelt, wegen meiner nicht akademischen Ausbildung. Meine Mappe brauchte ich erst gar nicht auspacken.
 
So vergingen die Jahre voller Expermentierfreudigkeit, immer von der Malerei begleitet. Ich habe in Stein gehauen, mit Ton sehr gerne gearbeitet, Gips war im Programm, modellieren hat Freude gemacht. Mit dem Schnitzen hat es nicht geklappt, das war nicht mein Ding.

Waren es Anfang der 60er Jahre viel Kohle und Kreide, Bleistift und auch Pinsel und Tusche, ja sogar der Filzstift hatte erfolgreich seinen Einsatz. Eines hatten alle gemeinsam, ob Zeichnung oder Karikatur, den markanten Strich, eben unverkennbar Paul Klumpp. Meine Theorie ist: Wer malt muß auch das handwerkliche Können und das Material beherrschen. Den Blick für das Motiv muß man haben und eine sichere Beobachtungsgabe und Perspektive dürfen keine Fremdwörter sein.
 
Im Jahr 1987, eigentlich recht spät, hatte ich meine erste Ausstellung im Stadthaus. In der Zwischenzeit sind es über 30 Ausstellungen geworden.
Zur Zeit beschäftige ich mich Installationen, bearbeite Fundholz aus dem Wald mit Farbe und Blattgold, das ist sehr effektiv. Im stillen Kämmerlein enstehen zu Zeit, nach zwei erfolgreichen Bärenbüchern, Karikaturen zu schwäbischen Anekdoten, das könnte eventuell ein Buch geben, so richtig zum Schmunzeln. Und dieses Jahr ist noch eine Aktion geplant," Kunst am Waldrand" großflächige 2x3 mtr. Bilder zum  Thema "Wald - Naturpark".  Zu meinem siebzigsten Lebensjahr, im Martin Haug Stift am 13. Oktober 2012, schon die dritte Ausstellung in diesem Haus,  als  Jubiläumsausstellung.
 
Ich bin sehr dankbar, heute in meinem Alter noch so kreativ sein zu dürfen. Das ist für mich Lebenqualität. Nach dem Motto: Wenn es mir gut geht, male ich und wenn ich male, geht es mir noch besser.
 
Gerne würde ich Sie bei einer meiner nächsten Ausstellungen begrüßen dürfen.
 
Paul Klumpp